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Ich krieg die Krise!

verzweifeln.jpg "Ich krieg die Krise!“

Wem ist nicht schon dieser Satz über die Lippen gekommen, wenn irgendetwas nicht wie geplant verläuft? Oft verwenden wir diesen Ausdruck, obwohl von einer Krise noch nicht die Rede sein kann. Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Lebenskrise, midlife crisis, Beziehungskrise, Sinnkrise, Arbeitslosigkeit, Krankheit und Mobbing sind dagegen Krisen, die uns bedrohen und sogar unsere Existenz gefährden können.

Wir Menschen gehen ganz unterschiedlich mit solchen Krisen um. Der Eine krempelt die Ärmel hoch, der Andere ist erstarrt und handlungsunfähig, andere wiederum müssen sich Luft verschaffen und reden und reden. Grundsätzlich haben wir Krisen nicht gern. Viel lieber hätten wir das Glück gepachtet und würden gerne die Sonnenseiten des Lebens genießen. Aber Krisen sind Teil unseres Lebens und sind nicht einmal unbedingt negativ. Schwierigkeiten zwingen oft zum Überdenken der aktuellen Lebensweise, zur Korrektur und Neuausrichtung. Eine erfolgreich bewältigte Krise führt oft in neue Dimensionen und wird rückwirkend positiv wahrgenommen.

 

Hoch in der Felswand befindet sich der Adlerhorst. Die jungen Adler genießen das Leben. Sie werden von ihren Eltern gehegt und gepflegt. Nichts fehlt, das Leben könnte ewig so weitergehen. Plötzlich bekommen die jungen Adler die Krise. Sie werden nicht mehr mit Futter versorgt. Aufgeregt hüpfen sie im Horst umher und versuchen irgendetwas Essbares vom Nest aus zu erreichen. Da passiert das Unglück! Ein junger Adler fällt aus dem Nest, hilflos flattert er mit den Flügeln, aber der Sturzflug lässt sich nicht aufhalten. Kurz vor dem Aufprall wird er von einem der Eltern wieder aufgefangen. Immer wieder wiederholt sich der Absturz, bis der junge Adler seine Flügel benützen lernt und fliegt. Nur durch die Krise des Sturzflugs wird der Adler zum Fliegen gezwungen, er stößt in eine neue Dimension vor, die er in seinem bequemen Nest nie kennengelernt hätte.

 

Auch bei uns Menschen kann eine Krise das Leben verändern. Wir wachsen und werden reifer. Oftmals werden Krisen als harte Lebensabschnitte empfunden, die man im Rückblick nicht missen will. Auch in der Bibel finden wir viele Beispiele von Menschen, die Gott durch Krisen geführt hat. Joseph wurde als Sklave und Gefangener in Ägypten auf seinen Dienst als Vizekönig vorbereitet. Er lernte, seinem Gott in jeder Situation zu vertrauen. Der verlorene Sohn musste einsehen, dass sein Partyleben gescheitert war und es an der Zeit war, sein Leben neu zu ordnen und wieder zu seinem Vater zurückzukehren.

Vielleicht befindest du dich auch gerade in einer Krise. Als Christ darfst du Zuflucht bei Gott suchen. Er hat einen Plan mit dir und kann und will dir helfen. Vertraue, wie Joseph, auf Gott. Sei gespannt darauf, wie er die Situation löst. Vielleicht ist die Krise auch selbstverschuldet und du hast dich beim Verwirklichen eigener Ideen immer weiter von Gott entfernt. Komm zurück und beginne ganz neu ein Leben mit Gott. Er wird dir wieder zurechthelfen!

 

Hermann Horrer