OnlyJesus-online.de Themen Freie Zeit - Freizeit

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Freie Zeit - Freizeit

 "Die Frage nach dem Inhalt der Freizeit ist nichts anderes als die Frage nach dem wirklichen Inhalt des Lebens.“ (Zitat: A. de Quervain)  

Was tun in meiner Freizeit?
Oder besser noch: Wie kann ich meine Freizeit sinnvoll gestalten?

  zeit, uhr, wecker, freizeit, freie zeit

Stellt man sich diese Fragen heute überhaupt noch? Angebracht wäre es, denn freie Zeit nimmt heute einen beachtlichen Raum ein. Fragt euch einmal selbst - wie viel freie Zeit ihr in einer Woche zur Verfügung habt. Als ich diese Frage vor kurzem in einer Jugendgruppe stellte, einigte sich die Gruppe auf durchschnittlich rund 50 Stunden freie Zeit in einer Woche. Nun mag man zu dieser Stundenanzahl stehen wie man will - der eine hat mehr und der andere weniger freie Zeit. Aber Tatsache ist doch, dass wir hier nicht über einen kleinen Bruchteil unserer Zeit nachdenken, sondern über einen ganz beachtlichen Teil unseres Lebens.

Und weil wir als Christen wissen, dass Gott einen jeden von uns einmal nach unserem Leben fragt, wollen wir uns einmal kurz Zeit nehmen und über einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer freien Zeit nachdenken.

Freizeit = arbeitsfreie Zeit, Erholungszeit, nicht von außerhalb verplante Zeit

Im Rahmen der Freizeitgestaltung geht es um eine sinnvoll verbrachte Freizeit. Wir wollen anhand der biblischen Aussagen Leitlinien hierzu kennen lernen.

 

Einschätzung der persönlichen Freizeitgestaltung:

Bevor wir in eine biblische Betrachtung des Themas einsteigen, versucht zuerst einmal euer persönliches Freizeitverhalten einzuschätzen und beantwortet die nachfolgende Frage so ehrlich wie möglich (dies wird euch helfen, einen echten Nutzen aus dem was folgt zu ziehen):

Was macht ihr, wenn ihr tun und lassen könnt, was ihr wollt?“

 Haltet eure Antworten schriftlich fest und bildet eine Rangfolge. Konzentriert euch dabei auf die 5 wichtigsten Aspekte.

{mospagebreak title=Was die Bibel sagt} 

Was sagt die Bibel zu unserem Thema:

Um die biblischen Aussagen in einen vernünftigen Zusammenhang zu bekommen, wollen wir zunächst drei Bereiche besonders betrachten (die wichtigsten Bibelstellen findet wir im Anhang bereits ausformuliert):

  1. Biblische Sicht der Arbeit

  2. Biblische Sicht der Zeit

  3. Biblische Sicht der Freizeit

 

Biblische Sicht der Arbeit (darunter verstehen wir alle Formen der Arbeit - also auch Schule etc.):

  • positive Sicht

  • Gott selbst arbeitet (z. B. Schöpfung, Erlösung)

  • Fluch über die Arbeit ist Folge des Sündenfalls (Mühsal, Sinnlosigkeit)

  • „Arbeiten können“ ist ein Teil der Gottesebenbildlichkeit

  • Maßstab für alle Arbeit: Kol. 3,17

 

Biblische Sicht der Zeit:

  • Zeit ist ein Geschenk Gottes

  • unsere Lebenszeit ist von Gott bemessen

  • Zeit kann ausgekauft oder vergeudet werden (Eph. 5,15f, Gal. 6,10 bzw. Gleichnis von den anvertrauten Talenten – Luk. 19,11-28)

  • weil sie Gabe Gottes ist, müssen wir einmal darüber Rechenschaft ablegen

  • Zeit ist wertvoll (man kann sie nicht festhalten)

 

Biblische Sicht der Freizeit:

  • Gott ist auch der Schöpfer der Freizeit (er ruhte am siebten Tag - 1. Mos. 2,2f)

  • Gebot der Sabbat-Heiligung (2. Mos. 20,8-11 in Verb. mit 5. Mos. 5,15)

  • dieser Tag ist ein Geschenk an uns

  • von der Gestaltung dieses Tages hängt seine sinngemäße Erfüllung ab

  • in Israel gab es früher ein Freijahr nach der Hochzeit (befreit vom Wehrdienst)

  • Jesus lädt zur Ruhe ein (Mark. 6,31)

 

Wenn wir es recht bedenken, dann ist meine Zeit eigentlich gar nicht meine Zeit. Sie ist vielmehr ein anvertrautes Gut - Gabe Gottes („Meine Zeit steht in deinen Händen!“ Ps. 31,16) . So wie alles, was mein Leben in Wirklichkeit ausmacht (Leben, Essen und Trinken, Gesundheit, Begabungen, Umwelt etc.). Daher trennt der Psalmsänger in der oben angegebenen Bibelstelle auch nicht mehr zwischen seiner Zeit (Freizeit), der Arbeitszeit (Schule, Arbeit) und der Zeit für Gott (z. B. Gottesdienst). Seine ganze Zeit ist Gottes Zeit. Gott hat das Sagen über den Gesamtkomplex „Zeit“.

Zeit, die nicht Gott gehört, egal wo und wohin wir sie verbringen, ist vergeudete Zeit. Das gilt für alle Bereiche. Von daher nehmen Christen auch ihre Freizeit von Gott. Sie wissen sich auch in der freien Zeit von der guten Hand Gottes gehalten, geführt und beauftragt. Das spielt in alle Überlegungen mit hinein. Sinnvoll ist nur das, was mit oder für Gott getan wird.

 

{mospagebreak title=Sinnvolle freie Zeit} 

Kennzeichen sinnvoller freier Zeit:

 

Nachstehend sind nun die wichtigsten Kennzeichen einer sinnvollen Freizeitgestaltung aufgeführt, die wir aus diesen biblischen Aussagen ableiten können.

  • Freizeit ist Privatzeit (Zeit für sich selbst und die Familie, die nicht dem Leistungsdruck unterworfen ist. Hobby, Sport und Reisen können nur in der freien Zeit unternommen werden.)

  • Freizeit ist Erholungszeit (nötig um neue Kräfte für die Arbeit zu gewinnen, Abstand gewinnen von der Arbeit, etwas Ausgleichendes tun)

  • Freizeit ist Bildungszeit (Weiter- und Fortbildung, Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Lesen, Kurse belegen, Konzerte besuchen)

  • Freizeit ist Zeit zur Besinnung (die Frage nach dem Sinn und Ziel des Lebens klären, Nachdenken und Umdenken, Standortbestimmung, zu sich selbst kommen)

  • Freizeit ist Zeit zur freiwilligen Betätigung (soziale und diakonische, missionarische und politische Arbeit – praktische Unterstützung anderer)

  • Freizeit ist Zeit zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen (Familie, Freundeskreis, Gemeinde) – Motto: Miteinander nicht nebeneinander leben!

  • Freizeit ist Zeit, seine Gaben einzusetzen (Mithilfe in Kinderstunden und Jungschar, Chor, Lerngemeinschaften etc.)

  • Freizeit ist eine besondere Zeit zur Pflege der Gottesbeziehung (Gebet, Stille Zeit, Bibellesen, Nachdenken, Gruppenstunden, Gottesdienst etc.)

 

freizeit.jpg Geht nun noch einmal eure Liste der persönlichen Freizeitgestaltung durch und führt sie an diesen Kennzeichen vorbei. Fragt euch, wo und wie euer Freizeitverhalten der Korrektur bedarf oder qualitativ verbessert werden kann. Gerade vor dem Hintergrund, dass uns Gott als menschliche Wesen gedacht hat, die auf Gemeinschaft angelegt sind („Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei!“ 1. Mos. 2,18) , ist es sinnvoll, auch einmal darüber nachzudenken, ob das eine oder andere in der Freizeit nicht gemeinsam mehr Sinn macht. Manches Mal erfordert das auch von dir, einen Schritt auf andere zuzugehen - nur Mut!

 

{mospagebreak title=Ausblick} 

Ausblick:

Zum Abschluss wollen wir uns noch einer wesentlichen Bibelstelle zuwenden, die uns helfen wird, unserem Leben und damit auch unserer (Frei-)Zeit die richtigen Prioritäten zu geben (Matth. 28,20 in Verbindung mit Ps. 139,1-6, 13-18, 23+24).

Wenn es dir eine Hilfe ist, dann nimm dir eine Karte (Postkartenformat) zur Hand und schreibe darauf: „Ich bin bei Euch !!!“ Hänge dir diese Karte dort auf, wo du sie in deinem Alltag oder deiner Freizeit regelmäßig siehst und lasse dich immer wieder daran erinnern, dass Jesus ganz in deiner Nähe ist.

Diese Zusage meint konkret: Ich bin bei dir in den 24 Stunden, den 1.440 Minuten und den 86.400 Sekunden dieses Tages und lasse dich nicht aus den Augen.

Dieses Wissen soll uns getrost machen und Mut für den Alltag geben. Weiterhin zu bedenken ist auch das, was in Psalm 139 ausgesagt ist. Gott ist immer und überall da. Er weiß, was ich denke und tue, er kennt mich durch und durch. Nichts, was ich denke, fühle oder tue, ist ihm verborgen. Er, der mich geschaffen hat, weiß um alle meine Bedürfnisse und will mein Leben in jeder Beziehung reich und erfüllt machen. Jetzt will auch in von meiner Seite aus das meinige dazu beitragen, dass mein Leben durch den Glauben sinnvoll gestaltet sein darf.

Was Gott wohl zu meinem Umgang mit dem anvertrauten Gut der Zeit sagen würde? Wer frei ist (Freiheit ist nicht nur tun können, was man will, sondern tun wollen, was man soll), kann auch mit Gottes Hilfe Freizeit richtig einsetzen. Ich wünsche Dir dazu Gottes Segen und ein gutes Gelingen.

 

Kontaktdaten:

Matthias Mezger - Fuggerstr. 11 - 70563 Stuttgart - Tel.: 0711/7355865

Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

{mospagebreak title=Anhang} 

Anhang: Die wichtigsten Bibelstellen im Überblick:

1. Mose 2,2f:
Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.

2. Mose 20,8-11:
Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
5. Mose 5,15:
Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der HERR, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst.
Ps. 31,16:
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Matth. 28,20:
Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt.
Markus 6,31:
Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen.
Galater 6,10:
Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.
Epheser 4,28:
Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann.
Epheser 5,15f:
So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus; denn es ist böse Zeit.

Kolosser 3,17 (= Maßstab für alle Arbeit):
Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.