Entscheidungen treffen als Christ
Hintergrund
Die Trendforscher bestätigen uns, dass im Zeitalter des Pluralismus (Erläuterung: vielfältiges Nebeneinander von z. B. verschiedenen Meinungen und Religionen) und Relativismus (Erläuterung: Denkhaltung, die die Berechtigung allgemein gültiger Aussagen grundsätzlich in Frage stellt) das Leben für die meisten Menschen nicht einfacher geworden ist. Wenn nichts mehr absolute Gültigkeit hat, alles relativ und damit veränderbar ist, man tun und lassen kann, was einem Spaß macht und wir mit einer ständig wachsenden Angebotspalette konfrontiert sind, dann ergeben sich als logische Folge hieraus dauernde Entscheidungszwänge. Jeder entscheidet sich dabei nach seinen eigenen Maßstäben und somit gibt es auch keine letzten Wahrheiten mehr. Auch die religiöse Seite ist längst von dieser Gedankenwelt überflutet. Die Religion ist nicht mehr Gebot, sondern Angebot. Jeder glaubt, was er will und bemüht sich, selig zu werden nach seinem eigenen Gutdünken. Aus religiösem Meinungspluralismus entstehen „Meinungschristen“ ohne Überzeugungen und Verbindlichkeit. Das macht das Leben nicht nur kompliziert, sondern stellt eine ernsthafte Bedrohung für den christlichen Glauben dar.
Wir wollen uns die Frage stellen: „Nach welchen Maßstäben treffe ich meine Entscheidungen?“
Wichtig für einen aufrichtig gläubigen Christen ist v. a., dass seine Entscheidungen dem Willen Gottes entsprechen. Um Orientierung für unser Leben zu erhalten, müssen wir folglich einen Fixpunkt haben, der außerhalb dem menschlichen Einflussbereich liegt und sich daher sowohl dem Pluralismus als auch dem Relativismus entzieht. In den Spruchweisheiten Salomos finden wir den Schlüssel, um in den kleinen und großen Angelegenheiten unseres Lebens biblisch fundierte Entscheidungen treffen zu können:
Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis (Spr. 1,7).
Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen (Spr. 3,5-6).
Die Bibel sagt nicht, dass wir unseren Verstand nicht gebrauchen sollen, sondern sie weist uns darauf hin, dass wir uns nicht auf unsere geistigen Ergüsse, sondern zuerst auf Gott und sein Wort verlassen sollen. Dann erfährt auch unser Verstand die richtige Ausrichtung und wir werden in der Lage sein, Gottes Willen in allen Lagen und Fragen unseres Lebens zu erkennen.
Manche von uns haben eine sehr genaue Vorstellung davon, wie wir Gottes Willen erkennen können; andere wiederum sind sich darin nicht so sicher. Die folgenden 9 Aspekte sollen uns dabei helfen:
Geistlicher Entscheidungsprozess
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Achte darauf, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein!
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Lebst du in einer engen Beziehung mit Gott?
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Ist dir keine unbereinigte Sünde bewusst?
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Bitte Gott um Weisheit!
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Hast du die Sache ausreichend im Gebet vor Gott bewegt?
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Jak. 1,5: „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt, so wird sie ihm gegeben werden.“
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Strebe nach den Lebenszielen, die die Bibel uns lehrt!
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Dient diese Sache den biblischen Lebenszielen?
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Wird Gott dadurch verherrlicht?
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Joh. 15,8: „Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.“
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Berücksichtige alle Bibelstellen!
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Was sagt die Bibel zu diesem Thema?
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Bist du bereit, Gottes Maßstäbe vorbehaltlos zu respektieren?
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2. Tim. 3,16+17: “Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“
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Berücksichtige deine Fähigkeiten!
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Was sind deine Stärken und Schwächen?
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Entspricht die Sache deiner bisherigen Lebenserfahrung?
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Berücksichtige Ratschläge!
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Was sagen Mitchristen, insbesondere deine geistlichen Bezugspersonen dazu?
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Was meinen deine Eltern zu dieser Sache?
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Berücksichtige deine inneren Eindrücke!
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Welche inneren Eindrücke hast du über diese Sache?
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Joh. 10,27: „Meine Schafe hören meine Stimme …..“
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Phil. 2,13: „Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“
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Erwäge die sachlichen Kriterien!
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Welche sachlichen Kriterien sprechen für die Sache?
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Welche Aspekte sprechen dagegen?
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Bitte um Gottes Frieden als Bestätigung!
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Hast du inneren Frieden über deiner Entscheidung?
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Kol. 3,15: „Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen.“
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Sachlicher Entscheidungsprozess
Mit dem geistlichen Entscheidungsprozess ist i. d. R. auch ein sachlicher Entscheidungsprozess verbunden, bei dem es in erster Linie um eine sachliche Beurteilung für oder gegen eine Entscheidungssache geht (vgl. hierzu auch den vorletzten Aspekt des geistlichen Entscheidungsprozesses s. o.).
Dabei werden i. d. R. kurz skizziert folgende 4 Schritte in irgendeiner Art und Weise durchlaufen:
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Definition der Entscheidungssache („Was soll konkret entschieden werden?“)
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Erstellung eines Zielkatalogs („Welche Kriterien müssen erfüllt sein?“)
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Zusammenstellung der möglichen Varianten („Welche sinnvollen Möglichkeiten bestehen?“)
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Risikobewertung der getroffenen Entscheidung („Welche Chancen und Risken bestehen?“)
Anregung zur Praxis
Wir wollen geistliche Gedanken immer auch in einen praktischen Bezug zu unserem persönlichen Leben stellen. Denn nur so können wir sichergehen, dass wir die Erkenntnisse, die wir gewonnen haben, auch wirklich in unserem Leben umsetzen können. Erst daraus folgt ein Leben als Christ, das sich wirklich lohnt und sich weit von dem eines Menschen ohne Gott unterscheidet.
Deshalb ist es hilfreich, folgende Fragen für sich zu beantworten:
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Vor welchen Entscheidungen stehe ich zur Zeit ganz konkret?
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Welche Wünsche, Vorstellungen, Pläne und Ziele habe ich selbst bezüglich dieser Entscheidung(en)?
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Was denkt Gott bzw. was sagt Gottes Wort dazu?
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Wie schwer wäre es für mich, wenn sich meine Vorstellungen nicht verwirklichen ließen?
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Wo muss ich umdenken bzw. meine bisherigen Entscheidungen auf der Grundlage von Gottes Wort korrigieren?
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Welche konkreten Schritte kann ich unternehmen?
Bedenke zum Schluss die Bibelstelle aus Jesaja 28,29 („Sein Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus!“) und dann treffe mit Gottes Hilfe mutig deine Entscheidung(en).
Matthias Mezger
